Hühnerflöhe
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Ich glaube, meine Hühner haben Flöhe
Entzündete Stellen und ausgerissene Federn
Wenn sich Tiere »komisch« oder aggressiv verhalten, ist das meist ein Zeichen dafür, das etwas im Umfeld nicht stimmt. Hühnerhalter/innen berichten davon, dass sie häufiges gegenseitiges picken bei ihren Tieren beobachten, bis hin zu ausgerissenen Federn und entzündeten Stellen. Überdies wirken die Tiere gestresst, legen weniger Eier und wollen nicht mehr oder nur widerwillig in den Stall und meiden bestimmte Stellen im Stall, wie zum Beispiel Legenester und Sitzstangen. Da kann man schnell auf die Idee kommen, dass die Tiere unter Parasiten leiden. Viele Vogelhalter denken dann zuerst an Flöhe, weil sie ein ähnliches Verhalten an ihren Hunden oder Katzen bemerkt haben.
Allerdings werden nur ca. 10 % der Hühnerställe oder Vogelvolieren wirklich von Flöhen heimgesucht. Sicherlich sind bei wild lebenden Kohlmeisen auch schon mal Bestände von ca. 100 Flöhen in Nestern gefunden worden. Aber bei wild lebenden Vögeln werden die Nester eben nicht regelmäßig gesäubert, wie es jeder Hühnerhalter tut. Die Hühnerflöhe haben einen Reproduktionszyklus von 30 - 40 Tagen. Der Zyklus setzt sich zusammen aus den Eiern - Larven - Flohpuppen und ausgewachsene Flöhe. Der überwiegende Teil der Flohpopulation (mehr als 90 %) lebt indes nicht auf dem Tier, sondern im Einstreu oder den Nestern. Bei regelmäßigem Ausmisten der Ställe kann man die Flohbelastung also für die Tiere gering halten.
80 % aller Hühnerhalter wissen nicht, dass sie die Roten Vogelmilben bei sich im Hühnerstall haben.
Sehr viel wahrscheinlicher ist ein Befall der Roten Vogelmilben. Etwa 80 % aller Hühnerhalter sind von der Roten Vogelmilbe betroffen. Bei dem Reproduktionszyklus der Roten Vogelmilbe von einigen Tagen hat man bereits nach wenigen Wochen einen derart starken Befall, der den Tieren erheblichen Schaden zufügen kann, bis hin zum Tod. Auch wenn es sich viel anhört, dass bei wild lebenden Meisen bis zu 100 Flöhe gefunden wurden, dramatisch wird es bei einem unbehandelten Befall der Roten Vogelmilbe. Dann sind es schnell mehrere Tausend Blutsauger, die die Tiere quälen. Viele Hühnerhalter stellen fest, dass die Tiere abends nicht mehr in den Stall wollen oder bestimmte Stellen im Hühnerstall meiden. Meist geht das einher mit einer abnehmenden Legeleistung und aggressiven Tieren. Kann man die Tierbelastung durch Flöhe noch durch regelmäßiges Ausmisten im Griff haben, ist das bei der Roten Vogelmilbe unmöglich. Die Rote Vogelmilbe ist der größte und ernst zu nehmende Parasit in der Geflügelhaltung und sie sind extrem widerstandsfähig.
Die Spinnentierchen sind nachtaktiv und ernähren sich vom Blut der Hühner. Stellt man unruhiges Geflattere der Hühner in der Nacht fest, sollte man mit einer Taschenlampe bewaffnet wiederkommen und Nester, Sitzstangen und Ecken nach kleinen roten oder schwarzen Tierchen absuchen. Bei Tagesanbruch ziehen sie sich Milben in ihre Kolonieverstecke zurück, und es sieht auf den ersten Blick aus, als wäre alles in Ordnung. Die Milbe versteckt sich in jeder noch so kleinen Spalte oder Ritze. Sogar in Luftkanälen, Leitungen, Installationsrohren und Steckdosen sind schon Milbenkolonien gesichtet worden. Sieht man allerdings die bis zu einem Millimeter großen Parasiten auch tagsüber, oder es juckt nach einem Besuch im Hühnerstall, ist höchste Eile geboten. Wird nichts gegen die Rote Vogelmilbe unternommen, vermehren sich die Parasiten explosionsartig. Sollte sich die Milbe einmal in einem Stall wohlfühlen, bekommt man sie nur schwer wieder los.
Die häufigsten Warnzeichen für einen Befall von Roten Vogelmilben im Hühnerstall:
- Die Hühner legen weniger Eier
- Nachts gehen die Hühner widerwillig in den Hühnerstall
- Die Tiere meiden auch tagsüber den Stall
- häufiges Federpicken und ausgerissene Federn
- entzündete Stellen im Federkleid
- vermeintliche Stock- oder Schimmelflecken an den Wänden
- Nachts sieht man mit einer Taschenlampe kleine braune und rote Milben an den Sitzstangen laufen